meine zucker story

mein leben lang hatte ich eine intensive beziehung zu zucker. ich erinnere mich als ich klein war, wie ich gesüßte kondensmilch (wie andere nutella oder erdnussbutter) aus dem glas aß. meine großmutter gab mir eigelb gemischt mit zucker zu essen. ich aß super gerne süßes, wenn andere ein stück kuchen aßen und satt waren, konnte ich zwei oder mehr essen. ich mochte schon immer süßes mehr, als herzhaftes. dies änderte sich als ich anfing gesund zu essen und es veränderte sich noch mehr, als ich anfing auf weißen zucker zu verzichten, aber ich erwischte mich immer noch, dass ich manchmal eine ganze tafel dunkle schokolade, in erdnussbutter getunkt, mitten in der küche im stehen gegessen habe, so wie es am 1. Mai 2018 passierte. da wurde mir bewusst, dass ich zuckersüchtig bin und ich fing an darüber nachzudenken wie viel zucker ich so am tag esse, das ergebnis schockte mich:

 

  • apfelessig wasser mit agavensirup am morgen

  • frühstück mit Früchten und gesüßtem müsli

  • müsliriegel nach dem mittagessen

  • früchte als zwischenmahlzeit

  • schokolade oder heiße schokolade mit kokosblütenzucker nach dem abendessen.

 

 

eigentlich waren alle süßungsmittel die ich zu mir nahm gesund, aber es war immer noch zucker der meinen blutzuckerspiegel ansteigen ließ. aber warum?

 

blutzucker wird hergestellt wenn kohlenhydrate im körper verarbeitet werden. dafür wird insulin aus der bauchspeicheldrüse in die blutlaufbahn ausgeschüttet um den blutzucker zu regulieren und in unsere zellen aufzunehmen. im idealfall wollen wir unseren blutzuckerspiegel über den tag stabil halten, nicht zu gering und nicht zu hoch. desto mehr kohlenhydratreiches essen wir zu uns nehmen, desto mehr insulin wird benötigt um die glucose im körper zu transportieren, wodurch die bauchspeicheldrüse mehr arbeiten muss (der körper nimmt schaden über zeit). hält dieser zustand an, produziert der körper im voraus mehr insulin und das macht den gewichtsverlust schwieriger.

 

ich entschied mich dazu einen zuckerentzug zu machen und eine balance mit zucker finden.

 

glücklicherweise folgte ich auf instagram vielen ernährungsberatern und ich wusste das rachel von rachelgoodeats öfter einen 7 tage zuckerentzug machte. ich dachte, das ist der ideale zeitraum um zu sehen ob es was für mich ist. ich kannte bis dahin schon viele zuckerfreie nahrungsmittel, wie zum beispiel die leefromamerica nussbälle, die ich noch am gleichen tag zubereitete. ich hatte an diesem tag frei und somit konnte ich meine mittagessen für die woche zuckerfrei vorbereiten. es gab suppen und geröstetes gemüse. ich durchsuchte auch meinen vorratsschrank nach nahrungsmitteln die ich essen konnte und überlegte ob es alternativen gab.

 

bei dem zuckerentzug von rachel waren bis zu 2 portionen am tag erlaubt. ich entschied mich für mein lieblingobst blaubeeren (die haben von natur aus sehr wenig zucker). ich fand auch einen fruchtbasierten snack, den ich aß wenn ich auf arbeit die spätschicht hatte. ich machte mir außerdem hausgemachte zuckerfreie schokoladen-mandelmus-mini-törtchen um noch etwas anderes zu haben, neben meiner schon 100% dunklen schokolade, die auch zuckerfrei ist.

 

 

beispiel für einen zuckerfreien tag:

 

  • wasser mit einer scheibe zitrone

  • matchlatte mit nussmilch, zimt

  • frühstück: sauerteigbrot, halbe avocado, spiegelei

  • mittagessen: gemüsesuppe

  • snacks: buttermilch, karotten, gurke oder nüsse

  • abendessen: gegrillter lachs, süßkartoffel-pommes, broccoli

  • snack: proteinreicher jogurt mit kokosflocken, cacoa nibs und haselnüsse oder heiße schokolade aus nussmilch, 100 % kakaopulver und zimt

 

nun wusste was ich zu tun hatte. mein erster tag begann mit einer sonnigen runde joggen, davor hatte ich zur stärkung einen nussball gegessen und danach zum frühstück einen selbstgemachten zuckerfreien matcha smoothie getrunken. ich nahm auch noch einige der nussbälle mit zur arbeit. nach ein paar stunden fühlte ich mich schwach und müde. ich spürte das mein körper etwas vermisste und am arbeiten war. nach dem mittagessen hatte ich das erste mal kein verlangen nach etwas süßem, was ich normalerweise immer hatte.

 

am zweiten tag steckte ich mitten im entzug, das hielt mich aber nicht davon ab wieder eine runde laufen zu gehen, das ist meine liebste art den tag zu starten. sport ist wichtig für eine gesunde lebensweise. Ich hatte wieder die spätschicht und somit zeit mir in ruhe frühstück zu machen. Ich machte mir süßkartoffel-toasts mit avocado, mandelmus und blaubeeren.

 

tag 3 war einfach, keine heißhungerattaken und ich fing wieder an auf mein hungergefühl zu achten, etwas was ich durch meine essstörung in jungen jahren verlernt hatte.

 

am tag 4 hatte ich frei und startete mit einer langen laufrunde und einem besuch bei starbucks wo ich herausfand, das meine geliebte matchalatte (ich trinke seit 2 jahren keinen kaffee mehr) auf bestellung auch zuckerfrei sein kann. als ich nach hause kam, war ich gar nicht hungrig, auch wenn frühstücktszeit war, aß ich nicht, weil ich weiter auf mein hungergefühl achten wollte. wir werden mit einem natürlichen hungergefühl ausgestattet, was den meisten im laufe ihres lebens abtrainiert wird, durch die klassische Mahlzeiten Aufteilung. ich wurde dann ein paar stunden später hungrig, jedoch nicht nach etwas süßem, sondern etwas herzhaftem, was so gut wie nie bei mir passierte. ich war zu dem zeitpunkt unterwegs und entdeckte ein falafelgeschäft. Ein wichtiger Punkt wenn man auswärtig isst, ist das man immer nach hinzugefügten zucker fragen sollte, auch wenn man etwas herzhaftes bestellt, so geschehen im falafelgeschäft. meine bestellte portion falafelbox enthielt ein hausgemachtes dressing und als ich nachfragte, teilte mir der Verkäufer mit das es sich um sauce mit honig handelt, die ich freundlich ablehnte. die bällchen schmeckten auch ohne das Dressing hervorragend. am nachmittag bekam ich eine heißhungerattake. ich machte mir eine schüssel kokosnussjogurt mit blaubeeren, ungesüßtem müsli und mandelmus.

 

tag 5 war ein sonntag und mein mann und ich waren wandern, natürlich nahm ich all mein vorbereitetes zuckerfreies essen mit, welches ich am abend davor zubereitete (haferbrei mit kokosnussmus + cacao nibs), nussbälle, kleine karotten, gurke und nüsse. am nächsten tag hatte ich ungewöhnlicherweise muskelkater, was ich zu dem zeitpunkt auf den Zucker entzug schob, jedoch weiß ich mittlerweile, das es an meiner niedrigen proteinzufuhr in meiner ernährung lag. die letzten zwei tage dachte ich gar nicht mehr so über den entzug nach, es war schon in fleisch und blut übergegangen.

 

was lernte ich in den 7 tagen und was weiß ich jetzt, fast ein jahr, danach? als ich diesen artikel schrieb, waren es 2 tage nach meinem entzug und ich entschied mich weiterhin zuckerfrei zu leben und das tue ich bis heute. vor 4 monaten begann ich eine ausbildung als errnährungsberaterin und weiß heute zucker ist zucker, egal in welcher form.

 

zucker hat immer die gleiche wirkung auf den körper. er geht direkt in die leber und wird dort sofort in fett umgewandelt, bis er gebraucht wird, dann wird er in energie umgewandelt. wenn zucker, wie industriezucker, der zu gleichen teilen aus glucose + fructose besteht in die den körper gelangt, wird ausserdem das sättigungshormon lektin augeschaltet und wir haben das gefühl nicht mehr aufhören zu können.

 

seit ich diese informationen habe, gehe ich viel bewußter mit der wahl meiner lebensmittel um. ich suche nicht nach alternativen, sondern suche mir andere lebensmittel, die auch gut schmecken. das beste beispiel bei mir ist wohl schokolade. ich kaufte mir immer die teure 100 % Schokolade ohne Zucker aus dem bio-laden bis ich cacao nibs entdeckte, die genauso lecker sind und etwas günstiger.

 

was damals und auch heute stimmt ist, dass ich ohne zucker und verarbeitete nahrungsmittel ein gleichbleibendes körpergewicht halte, eine klare haut und mehr energie habe, eine bessere konzentration, einen ruhigeren schlaf, einen bewussteren umgang mit nahrung, eine geregeltere verdauung, keine heißhungerattaken oder ein nachmittagstief.

 

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